Projektwoche 22. - 26. April 2002

Ernst Reuter Schule Groß-Umstadt:

Bau einer großen Steinschleuder / Blide / Triboc


Unser großes Vorbild: Die Riesenblide auf der Runneburg in Thüringen.

Aus Dänemark: Videos vom Laden und Abschuß einer Blide

Noch ein paar Varianten und ein Katapult...

Bau und Probeschießen mit einem Modell


Die Projektwoche: 

22. April 2002, Modellversuche, Schärfen von Werkzeug, Zuschneiden und Hobeln !

23.April 2002,Bau der Abschußrinne, Ballastkasten, div. Streben

24.April 2002,Verschrauben, Seile vorbereiten 

25.April 2002, Restlicher Zusammenbau und erster "Leerschuß"

26.April 2002, S.I.E.G !!! Transport zum Sportplatz, Probeschießen 

27.April 2002, Für potentielle Nachbauer: Ein paar Detailphotos und Maße...


Und zum Abschluss: Links zum Thema


 

 

So groß haben wir's dann doch nicht hinbekommen...

Die Riesenblide auf der Runneburg in Thüringen

 

 

 


Ein kleiner Bericht von der 30 Tonnen Blide auf der Runneburg:

 

Steinschlag in Thüringen - Archäologen erproben eine Riesenwaffe aus dem Mittelalter.

Weiträumig hatten Polizei und Feuerwehr die Schußschneise abgesperrt. Ein angrenzender Sportflughafen erhielt Startverbot. Dann, um 14.30 Uhr Ortszeit, stieg das Projektil zum Himmel. Wie von einem Titanen geschleudert, erhob sich über der Runneburg bei Erfurt eine grob behauene, knapp zwei Zentner schwere Marmorkugel. Mit lautem Heulen überquerte der Stein im flachen Bogen eine Kleingartenkolonie und krachte nach 295 Metern auf freies Feld.

Donnerlittchen! - an der Abschußbasis im Innenhof der Zwingburg brandete Jubel auf. Ballistiker von der Fachhochschule Merseburg, TÜV-Experten und Historiker umringten bewundernd das "Instrumentum diabolicum".

Das Mittelalter lebt - im deutschen Osten. Unter Leitung des Experimentalarchäologen Thomas Stolle haben Ingenieure einen rund 1000 Jahre alten Waffentyp nachgebaut, der als wirkungsvollstes Kriegsgerät vor Erfindung des Schwarzpulvers gilt: die mauerbrechende Blide.

18 Meter hoch und 30 Tonnen schwer ist die Steinschleuder, die bis zu 100 Kilogramm schwere Findlinge in die Luft wuchten kann. Eichen aus dem Schwarzwald und dänische Eschen fügten die Erbauer originalgetreu nach mittelalterlichen Zeichnungen zusammen. Am 31. Mai erteilte der TÜV die Betriebsgenehmigung.

Den Betreibern zufolge dient die Kanonade mediävistischem Erkenntnisgewinn. Entwickelt wurden die Bliden (griechisch: palida = Schleuder) im 11. Jahrhundert von chinesischen Ingenieuren. Mongolen und Araber übernahmen die Technik.

Über Genueser Militärspione, sagt Stolle, gelangte das Gerät nach Europa.

Schlagkraft erhält das nun nachgebaute Mammut-Katapult durch eine ausgeklügelte Mechanik: Am kurzen Ende des Wurfarmes baumelt ein Kasten mit 4,5 Tonnen schweren Bleigewichten. Die lange Seite ist wie eine Peitsche konstruiert: Dort hängt an einem zwölf Meter langen Seil der Wurfstein.

Acht Mann sind nötig, um die mächtigen Spannräder zu drehen. Löst der Abschußmeister die Arretierung, saust die Bleikiste in die Tiefe. Ergebnis: Der lange Schleuderbaum schnellt hoch und reißt die Leine mit dem Stein empor. Enorme Fliehkräfte entstehen so. Im Zenit, beim Ausklinken, erreicht das Geschoß eine Geschwindigkeit von 200 km/h.

Erstaunt sind die Experten über die Treffsicherheit des Geräts. Alle Testschüsse gingen im anvisierten Korridor nieder, meldet Stolle. Die maximale Abweichung vom errechneten Zielpunkt lag bei sechs Metern.


Ein paar Videos aus Dänemark: 

Video:Laden einer Blide (ca. 700 Kb, mpeg Player erforderlich !)

Video: Abschuss einer Blide(ca. 600 Kb, mpeg Player erforderlich !)


 Nachbau einer kleineren Blide auf der Wysburg bei Weisbach / Thüringen 


So was wär's doch ? Mobiles Einsatz Kommando...


Das haben wir dann doch nicht bauen müssen....

( wäre die letzte Alternative gewesen )


Zur Vorbesprechung am 1.März 2002 hatten sich 11 SchülerInnen eingefunden, die sich am Bau der Blide beteiligen wollen.


9. und 10. März 2002 Bau und Test eine Modelles:

Damit wir im April nicht total von Null  anfangen müssen, wurde im März ein kleines Modell gebaut. Es war an einem Samstag Nachmittag fertig und funktioniert ganz gut:

Hier einige Bilder vom Bau und den Schussversuchen:

Das Gestell entstand aus Restkanthölzern von unserem Dachumbau...

Das fertige Modell im Garten ( der war plötzlich sehr klein )
Vor der Blide steckt übrigens das erste Handmodell im Gras ..( Taschenblide )

Im Garten erfolgten die ersten Schußversuche, als dann regelmäßig das Dach des Nachbarn beworfen wurde,
entschlossen wir uns auf's Feld zu fahren ( Gut, daß wir einen stabilen Fahrrad Hänger haben )

Mobile Feld Artillerie ( da gucken die Nachbarn... ) ((-;

Auf dem Schießplatz: Das "Geschoss" wird in die Führungsrutsche eingelegt...

Die Blide ist gespannt und fertig zum Abschuß:
( Tanja als Blidemeister am Abzugsseil )

Das Geschoss kurz hinter Rutsche:

Beim Hochschleudern ( die arme Dachlatte... )

Und ausgelöst, die Schnur "steht" in der Luft:

Und auf ein Neues...

Wir schossen mit Sandsäcken von 250..500 Gramm, 300 Gramm waren für dieses Leichtbaumodell das Optimum.
Das Gegengewicht im Kasten hat 13 Kg. ( Ein Versuch mit 4 Kg zusätzlich führte zum Bruch der Achse )

Die Schussweiten sind stark von der Länge der "Peitschen"schnur abhängig. Zuerst lagen die Schussweiten
um die 20 Meter, als wir die Schnur kürzten schafften wir über 30 Meter !
Ein Versuch ohne Schnur ( Löffelkatapult ) ergab 18 Meter.

 


Die Projektwoche:

Nochmals vielen Dank an die Firma Wunderlich & Ohl, die uns das Holz zur Verfügung gestellt hat !

 

Montag, der 22. April 2002 Es geht los !!!

Die Projektgruppe will zunächst mal das Modell antesten...

 

Tanja betätigt sich mal wieder als "Blidemeister"

 

 

Im Werkraum geht's hoch her, glücklicherweise bis jetzt ohne nennenswerte Verletzungen. 


Dienstag, der 23.April 2002

Morgens bringt Tom  Holz mit dem Liegerad. ( Das Out-o bleibt zu Hause stehen ! )

Im Werkraum herrscht gute Laune, es geht flott voran, die Mädchen verschrauben den Ballastkasten...

( Man beachte die mittelalterlichen Akkuschrauber )

Im Hintergrund sieht man die fertige Abschußrinne !

Leider haben nicht immer alle zu tun, dann werden Faxen gemacht !!!

Morgen bauen wir einfach noch Holzschwerter ((-;

 


Mittwoch, der 24.April 2002

Die beiden seitlichen Ständer werden  verschraubt

 

Die Nähgruppe bereitet die Wurfseile vor und baut Sandsäcke für das Probeschießen

Die beiden Seitenteile sind  fertig

Und nebenbei werden noch eifrig Schwerter gebaut.  


Donnerstag, der 25.April 2002

Der Zusammenbau im Freien beginnt

Der Abschussbalken wird montiert

Wir sind selbst etwas erstaunt über die Größe, 

der erste Leerschusstest erzeugte bei den Zuschauern eine Mischung aus Faszination und Erschrecken.

Der leere Ballastkasten ohne Inhalt wiegt schon so um die 60 Kilogramm ! 

Leider wurden wir erst kurz nach 12 °° fertig, so daß kein Bild der kompletten Blide mehr entstand. 

 


Freitag, der 26.April 2002 

S.I.E.G. !!!

Zuerst mal noch die Kleinigkeiten wie Seilbefestigung, Achssicherungen und ähnlicher "Kleinkram"

Dann ging's los, der Marsch zum Sportplatz, zuerst das Gestell, dann...

... noch der Baum und Kasten !

Auf dem Sportplatz dann die Endmontage...

"Zufällig" stieß auch Herr Hürten zu uns, 
natürlich niemals aus Neugierde auf den ersten Schuss ! (-;

Die Spannung steigt, wird der erste Schuss gelingen ?

Jawoll, es klappt, nur mit dem leeren Ballastkasten schafften wir beim ersten Schuss 
 mit einem 1, 5 Kilo Sack schon knapp 40 Meter !
Es wurde dann noch der Abschusshaken optimiert und der Ballast auf insgesamt 150 kg. erhöht, damit
warfen wir  1..2 kg Wasserbomben bis zu 100 Meter, wir waren alle voll begeistert. 
( Mehr hätte auch keinen Sinn gehabt, da dann der Sportplatz zuende war... )

Anschließend machten wir mit dem Restholz noch ein schönes Grillfestchen...

Die Präsentation am Nachmittag fiel wegen starkem Regen leider ein wenig in's Wasser, die Zuschauer waren 
aber trotzdem hellauf begeistert, daß man mit ein paar Seilen und Kanthölzern so eine effektive Maschine bauen kann.

Vielen Dank an die Ernst Reuter Schule ( besonders Herrn Hürten ) , daß sie den Mut hatte, so ein verrücktes Projekt
 zuzulassen und uns den schönen Werkraum zur Verfügung gestellt hat.
( Und die jetzt ein Bliden Entsorgungsproblem hat ((-; )

Vielen Dank an die Mädchen und Jungs in der Projektgruppe, die mit einem pädagogisch so 
 unbegabten Menschen wie mir 1 Woche klarkommen mussten. 

Vielen Dank an meine Frau, die unsere Gruppe 
mit Wort und Tat unterstützt hat wann immer sie konnte !

Vielen Dank an die vielen Vereine, die im Internet so eine Menge an Information zur Verfügung gestellt haben !

Und vielen Dank an alle Anderen, die uns unterstützt haben !


Am Samstag, den 27.4.2002 haben wir die Blide nochmals vermessen und photographiert, damit eventuelle Nachbauer entsprechende Infos haben..

Detailphotos und Maße, bitte hier klicken !

 

 


Links zum Thema:

Die Burgruine Wysburg bei Weisbach in Thüringen mit Bau einer Steinschleuder.

Die Runneburg bei Weißensee in Thüringen mit Riesen-Steinschleuder

Dänische Mittelalter Seite mit Videos vom Laden und Abschuß einer Blide

Diverse Modelle im Museum der Uni Frankfurt


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